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Daniele Ganser zum Ukraine-Krieg

14. März 2022

Daniele Ganser, der sich Friedensforscher nennt, ohne allerdings in diesem Bereich wissenschaftliche Arbeiten zu publizieren, hat sich zum Ukraine-Krieg geäussert. Er tut dies in gewohnt eindimensionaler Manier, mit gehöriger Komplexitätsreduktion und bewährtem Sündenbock-Denken:

«Die Invasion von Putin in die Ukraine ist ein Verstoss gegen das UNO-Gewaltverbot und daher illegal. Acht Jahre zuvor liess Obama die Regierung in der Ukraine stürzen. Dieser illegale Putsch ist die Wurzel des Ukrainekrieges.» (Beleg)

Neu ist diese Behauptung nicht. Putin und seine Propagandasender wie Russia today verbreiten sie seit 2014.

Daniele Ganser sieht sich als Historiker und hat tatsächlich Geschichte studiert. Er hält sich aber seit langem nicht mehr an wissenschaftliche Standards. Er wehrt sich zudem gegen die Bezeichnung «Verschwörungstheoretiker».

In den zitierten zwei Sätzen finden sich allerdings typische Merkmale von Verschwörungstheorien.

Die klaren Feindbilder des Daniele Ganser

Für einen «Friedensforscher» hat Daniele Ganser eindrücklich feste Feindbilder. An allem was schiefläuft in der Welt sind die USA schuld. In einer komplexen Welt ist das eine einfache und eingängige Erklärung, die offenbar vielen Leuten Orientierung und Erleichterung verschafft.

Mit «Obama» haben wir in diesem Beispiel zudem einen klaren Sündenbock.

Feindbild-Konstruktion und die Etablierung von Sündenböcken sind häufige Bestandteile von Verschwörungstheorien und dienen der Komplexitätsreduktion.

Um das ganze Ukraine-Thema bis hin zum Ukraine-Krieg 2022 zu verstehen reicht es eigentlich zu wissen: Obama wars.

Ersparen kann man sich dann die Auseinandersetzung mit den vielfältigen innenpolitischen, aussenpolitischen und ökonomischen Einflüssen, in denen sich die Ukraine bewegte und immer noch bewegt.

Aber auch die eklatanten innenpolitischen Gründe Russlands, die diesem Krieg zugrundeliegen, fallen bei Ganser unter den Tisch. Siehe dazu:

Sowjetunion: Verschwörungstheorien zu ihrem Zusammenbruch

Feindbild-Produktion, Sündenbock-Denken und Komplexitätsreduktion sind wesentliche Elemente in Verschwörungstheorien – sie finden sich in den Ausführungen Gansers zum Ukraine-Krieg. Dazu kommt noch die Vorstellung eines geheimen Putschplans mit Obama als Strippenzieher. Die Ukrainerinnen und Ukrainer sind hier nur Marionetten., die an den Fäden der US-Regierung zappeln.

Wie schon bei den Jugoslawien-Kriegen ist es besonders übel, dass Daniele Ganser den Ukrainerinnen und Ukrainern ganz offensichtlich abspricht, aus eigenem Antrieb sich von einem korrupten Regierungschef befreien zu wollten. Ukrainerinnen und Ukrainer haben in Gansers Geschichte keinen Subjektcharakter, sie kommen nicht als eigenständig handelnde Personen vor, sind gekauft oder manipuliert von den «Amerikanern».

Ganser liefert keine Belege

Wie so oft liefert Daniele Ganser für seine Behauptung, dass Obama im Umfeld des Maidan-Aufstandes einen Putsch durchgeführt hat, keinerlei Belege. Er zieht sich bekanntermassen oft auf die bequeme Position zurück, dass es ja nur Fragen stelle. Hier aber stellt er eine Behauptung auf: Obama hat die Regierung in einem Putsch gestürzt. Wer derart weitreichende Behauptungen aufstellt, sollte auch Belege dafür liefern. Niemand ist in der Pflicht, Gansers Behauptung zu widerlegen. Wer behauptet, ist beweispflichtig.

Alice Bota und Kerstin Kohlenberg haben im Mai 2015 einen Artikel in der «Zeit» zu den Maidan-Protesten und zur Rolle Obamas veröffentlicht:

Die USA haben den Maidan nicht gekauft  (Zeit)

Und was meinen Experten?

Der ausgewiesene Osteuropa-Experte Frithjof Benjamin Schenk, Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Basel, sagt gegenüber der Zeitung „20Minuten“:

«Ganser fehlt jegliche fachliche Expertise, um über dieses Thema öffentlich zu sprechen.»

Er habe nie zu Osteuropa geforscht, spreche weder Russisch noch Ukrainisch und kenne die Region nur aus den Medien und aus der Sekundärliteratur. Gansers Thesen zu den Hintergründen des Ukraine-Krieges seien «unhaltbar». (Quelle)

Ulrich Schmid, Professor für russische Kultur und Gesellschaft an der Universität St. Gallen, hält Gansers Behauptung vom angeblichen CIA-Putsch in der Ukraine als Wurzel des Ukrainekrieges für eine völlig unhaltbare These.

Es handle sich dabei um russische Staatspropaganda:

«Das ist eine These, die schon seit längerem vom Kreml verbreitet wird. Es war zwar tatsächlich so, dass viele amerikanisch NGOs Geld gegeben haben, um die zivile Gesellschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder aufzubauen. Aber davon zu sprechen, dass die Ereignisse auf dem Maidan ein von Amerika orchestrierter Putsch gewesen sei, das ist falsch.» (Quelle)

Ernsthafte Osteuropa-Historiker sind glaubwürdiger

Überhaupt stellt sich die Frage, weshalb man einen Daniele Ganser beim Thema «Ukraine-Krieg» für glaubwürdig halten sollte. Schliesslich gibt es einige Osteuropa-Historiker, die sich ein Berufsleben lang wissenschaftlich mit der Geschichte dieser Länder befasst haben. Das trifft auf Daniele Ganser nicht ansatzweise zu.

☛ Zum Beispiel Karl Schlögel, deutscher Osteuropahistoriker, Publizist, Hochschullehrer in Konstanz und Frankfurt an der Oder mit Forschungsschwerpunkte russische Moderne und Stalinismus, russische Diaspora und Dissidentenbewegung, Kulturgeschichte osteuropäischer Städte:

– Krieg gegen die Ukraine: Osteuropa-Historiker Schlögel wirft Putin Wirklichkeitsentfremdung vor (Deutschlandfunk, Audio mit Transskript)

– Krieg in der Ukraine: Was treibt Putin an? (3. 3. 2022; 13.46 Minuten):

 

☛ Zum Beispiel Wolfgang Eichwede, Historiker und Gründungsdirektor der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen:

Ukraine / Russland (März 2022, 3.05 Stunden):

☛ Die Positionen Daniele Gansers zum Ukraine-krieg nimmt der YouTube-Kanal „Verschwörung & Fakten gekonnt unter die Lupe:

Ganser & Krone-Schmalz zur Ukraine. Manipulation und Fakten. Was taugen die Vorträge? Kritik, Teil 1:

Ganser & Krone-Schmalz zur Ukraine. Rolle der USA. Was taugen die Vorträge? Kritik, Teil 2:

☛ Die Hintergründe des russischen Angriffskrieg und die zugehörigen Narrative der Kreml-Propaganda fasst der YouTube-Kanal „Zeidgenosse“ sehr treffend und fundiert zusammen:

Fazit:

☛ Wer sich für die Ukraine, für Russland oder überhaupt für Osteuropa interessiert, sollte sich breit und wissenschaftlich fundiert informieren. Die verengten, verschwörungstheoretisch imprägnierten und mit Feindbildern angereicherten Interpretationen von Daniele Ganser sind nicht glaubwürdig.

Empfehlenswerte Quellen sind beispielsweise:

  • Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.
  • Dekoder – Journalismus aus Russland in deutscher Sprache
  • Ostpol – Das Osteuropa-Magazin

 

Ausserdem:

☛ Daniele Ganser ist insbesondere auch mit seinen Ansichten zu 9/11 bekannt geworden. Detailliertere Kritik dazu hier:

Ganser, Daniele (*1972)

Daniele Ganser und WTC 7

9/11: Daniele Ganser und der gefundene Pass des Attentäters

☛ Weitere Themen:

Daniele Ganser: erfolgreicher Bewirtschafter von Zweifel und Misstrauen

Daniele Ganser und die Kreml-Propaganda vom «Majdan-Putsch» in der Ukraine

Weshalb Daniele Ganser als Historiker unglaubwürdig ist

Wie Daniele Ganser das Butscha-Massaker für Putin glattbügelt und der Ukraine in die Schuhe schiebt

Daniele Ganser: Repetitives Gerede vom Putsch in der Ukraine

Daniele Ganser zum Ukraine-Krieg: Minister Bausch kritisiert «Geschichtsverfälschung»

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Daniele Ganser gegen Waffenlieferungen – nimmt Auslöschung der Ukraine in Kauf

Kategorie: Uncategorized Stichworte: 9/11, CIA, Daniele Ganser, Feindbild, Feindbild-Konstruktion, Feindbilder, Fragen stellen, Frithjof Benjamin Schenk, Ganser, Geschichtsverfälschung, Jugoslawien, Karl Schlögel, Komplexitätsreduktion, Kreml, Maidan, Obama, Osteuropa, Produktion, Putin, Russia Today, Russland, Schlögel, Sowjetunion, Stalinismus, Sündenbock, Sündenbock-Denken, Ukraine, Ukraine-Krieg, Ukrainekrieg, Ulrich Schmid, UNO, USA, Verschwörungstheoretiker, Verschwörungstheorien, Wolfgang Eichwede

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