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Das Interesse derjenigen benennen, welche Verschwörungsgerüchte verbreiten

11. August 2020

Der Medizinhistoriker Karl-Heinz Leven schreibt in einem Gastkommentar für die österreichische Tageszeitung «Der Standard» über Verschwörungsgerüchte in Vergangenheit und Gegenwart. Als Experte für Seuchengeschichte entwickelt er auch eine historische Perspektive auf dieses Thema. So bezichtigte man zum Beispiel in Pestzeiten die Juden der Brunnenvergiftung, was immer wieder Pogrome zur Folge hatte.

Auch in modernen Verschwörungstheorien hält sich hartnäckig ein antisemitisches Element.

Verschwörungsgerüchte haben stets eine oder mehrere Funktionen, schreibt Leven:

«Sie erklären den vermeintlichen „Sinn“ der Heimsuchung, benennen Schuldige, dienen der Aggressionsabfuhr und – Beispiel Judenmord im Mittelalter – gaben die Möglichkeit, sich an der Habe der ermordeten Juden zu bereichern.»

In der Gegenwart gehören Verschwörungsgerüchte über Corona zur gesellschaftlichen Reaktion unserer Gesellschaft; «es wäre geradezu verwunderlich, wenn es sie nicht gäbe», schreibt Leven. Der Unterschied zu früheren Epochen bestehe einzig darin, dass sich Gerüchte heute im Internet viel besser und tausendmal schneller verbreiten als in der Vormoderne von Mund zu Mund oder im Einblattdruck. Die Globalisierung habe nicht nur dazu geführt, dass bestimmte (virale) Erreger innerhalb von wenigen Tagen die ganze Welt erreichen können, sondern sie ermögliche auch ein Netzwerk von weltumspannenden konspirativen Erklärungsweisen.

Wer Verschwörungsgerüchte verbreitet, hat bestimmte Interessen daran 

Die Vorstellung, man könnte Verschwörungsgerüchte verbieten oder die Anhänger überzeugen, davon abzulassen, sei illusionär:

«Vernunft ist gleichwohl immer ein guter Ratgeber. Wichtig ist, die Interessen derjenigen zu benennen, die Gerüchte verbreiten und benutzen; weiterhin sind die Funktionen der Verschwörungstheorien kenntlich zu machen. Hier liegt ein Aufgabenfeld für Geschichtswissenschaft, Soziologie und Psychologie.»

Kritik gehört zur Wissenschaft

Leven empfiehlt zudem, nicht jede vom Mainstream abweichende Meinung unreflektiert als Verschwörungstheorie einzustufen. Die in der Pandemie erstarkte Exekutive müsse Kritik aushalten können:

«In der Corona-Pandemie haben wissenschaftliche Argumente, insbesondere solche aus der naturwissenschaftlichen Medizin, einen sehr hohen Stellenwert. Die Erkenntnisse der Wissenschaft unterliegen jedoch einer fortwährenden Überprüfung und Revision; das ist das Geschäft der Wissenschaft. Abweichende Hypothesen können sich als weiterführend erweisen, zunächst sicher erscheinende Fakten können sich relativieren. Hier haben insbesondere die Qualitätsmedien einen Auftrag: genau hinschauen, nachdenken, sprechen und schreiben. In dieser Reihenfolge.»

Quelle:

Verschwörungstheorien: Kühlen Kopf bewahren       (Der Standard)

☛ Die Interessen von Verbreitern von Verschwörungsgerüchten sind oft politischer Art. Sie verfolgen eine bestimmte politische Agenda. Diese zu erkennen ist im Umgang mit solchen Phänomenen zentral, weil hier oft demagogische Elemente ins Spiel kommen. Verschwörungstheorien gehören zum Werkzeugkasten der Demagogie. Manchmal geht es beim Verbreiten von Verschwörungstheorien aber auch ganz simpel um finanzielle Interessen.

☛ Abweichende Meinungen und Kritik nicht vorschnell als Verschwörungsgerüchte abzutun, ist eine empfehlenswerte Grundhaltung.

An diesem Punkt ist es wichtig, zwischen gesundem Misstrauen, gesundem Zweifel einerseits, und toxischem Misstrauen, toxischem Zweifel andererseits zu unterscheiden.

Dazu mehr hier:

Über toxische Zweifel und toxisches Misstrauen

 

 

Kategorie: Uncategorized Stichworte: Brunnenvergiftung, Corona, Corona-Pandemie, Demagogie, Gerüchte, Globalisierung, Juden, Judenmord, Kritik, Medizin, Meinungen, Misstrauen, Pandemie, Psychologie, Soziologie, Verschwörungsgerüchte, Verschwörungstheorien, Wissenschaft, Zweifel

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