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Daniele Ganser schmückt sich mit fragwürdigen Politiker-Zitaten

9. August 2022

Daniele Ganser ist ein besonders heller Stern am Firmament der Verschwörungstheorien und hat sich in den letzten Jahren zunehmend radikalisiert. Lange unterstützten prominente Parlamentsmitglieder und ein Regierungspräsident den Historiker und Publizisten. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, führt Daniele Ganser auf seiner Webseite eine ganze Reihe Schweizer Politikerinnen und Politiker von links bis rechts unter dem Titel «Partner» auf, die nicht mehr glücklich mit ihren Zitaten sind.

Der langjährige SP-Nationalrat und heutige Basler Regierungspräsident Beat Jans beispielsweise lobt das «Schweizer Institut für Frieden und Energieforschung» (Siper) als «Friedensprojekt», obwohl sich dieses zumindest heute vor allem um die Vermarktung Gansers als Autor und Redner kümmert.

Auch viele amtierende Nationalrätinnen und Nationalräte haben als «Partner» für Ganser und Siper wohlwollende oder unverfängliche Statements verfasst. Vom Baselbieter Sozialdemokrat Eric Nussbaumer findet sich auf der Webseite folgende Aussage: «Es ist sehr wichtig, dass das Siper in Basel zu diesen Themen forscht und die interessierte Öffentlichkeit informiert.» Die Berner Freisinnige Nationalrätin Christa Markwalder wird so zitiert: «Ich bin froh, dass das Siper nicht nur den globalen Kampf ums Erdöl, sondern auch mögliche Lösungen untersucht.»

Die zurückgetretene Zürcher Mitte-Politikerin Kathy Riklin soll sich ähnlich geäussert haben: «Es ist wichtig, dass das Siper in Basel nicht nur den globalen Kampf ums Erdöl, sondern auch mögliche Lösungen wissenschaftlich untersucht.» Etwas unkonkreter sind laut Tages-Anzeiger die von Daniele Ganser verwendeten Statements des SP-Fraktionschefs Roger Nordmann (Waadt) und des Berner SVP-Nationalrats Erich von Siebenthal.

Politiker und Politikerinnen gehen auf Distanz

Die meisten erwähnten Politikerinnen und Politiker reagierten überrascht bis entsetzt, als sie vom Tages-Anzeiger zu ihren Zitaten und Empfehlungen befragt wurden. Nationalrätin Christa Markwalder erklärte, sie sei sich nicht bewusst gewesen, dass sie «(immer noch) als Unterstützerin auf der Siper-Webseite aufgeführt» sei. Ihr Zitat hält sie für «deutlich älter als zehnjährig». Sie pflege schon seit über zehn Jahren keinen Kontakt mehr zu Daniele Ganser, denn er habe sich ihrer Wahrnehmung nach stark radikalisiert. Gerade seine Äusserungen zu den Massnahmen zur Corona-Pandemie und auch zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine teile sie überhaupt nicht und finde sie völlig deplatziert. Markwalder schreibt in ihrer Stellungnahme weiter: «Dass Ganser sich auf der Siper-Website mit solch alten Zitaten schmücken muss, sagt auch einiges über seinen Charakter aus. Ich werde bei Siper vorstellig, dass mein Name und das unterstützende Zitat umgehend gelöscht werden.»

In ähnlichem Sinn distanziert Kathy Riklin: «Ich habe grosse Mühe mit Gansers Positionen zur Pandemie. Bei der Ukraine kenne ich seine Meinung nicht, ich bin aber absolut auf der Seite der EU und verurteile den Angriffskrieg der Russen ohne Wenn und Aber.»

Auch Daniele Ganser verurteilt zwar den Angriffskrieg Russlands – allerdings mit Wenn und Aber, wie der Tages-Anzeiger konstatiert:

«Kurz nach Russlands Überfall auf das Nachbarland hatte er beispielsweise beim russischen Propagandasender RT einen Auftritt. In der halben Stunde Sendezeit machte er die USA und die Nato mehr als den Aggressor für den Krieg in der Ukraine verantwortlich.»

Löschungsversuche scheiterten

Einige der als «Partner» aufgeführten Politikerinnen und Politiker haben laut eigenen Angaben bereits früher mit Daniele Ganser gebrochen. Roger Nordmann schrieb dem Tages-Anzeiger: «Ich unterstütze Siper und Ganser schon lange nicht mehr.» Er habe einst ein Buch von Daniele Ganser gut gefunden, was er seitdem mache, sei sehr fragwürdig: «Es nervt mich, dass mein Name noch drauf ist. Ich habe mehrere Male probiert, eine Löschung zu bewirken.» Ganser habe jedoch auf entsprechende E-Mails nicht reagiert.

Der SVP-Politiker Erich von Siebenthal erklärt – wie alle Angefragten –, dass sein Zitat einige Jahre alt sein müsse. Auch er geht heute auf Distanz zu Ganser.

Von Eric Nussbaumer lässt sich das nicht sagen, doch er betont, dass über sein Zitat hinaus keine Zusammenarbeit mit Gansers Institut bestehe: «Siper äussert sich frei, ich muss ihre Meinung nicht in allen Punkten teilen.»

Im vergangenen Dezember wollte der Basler Regierungspräsident Beat Jans sich an den «lieben Daniele» wenden, nachdem dieser «Politik und Leitmedien» für die gesellschaftliche Spaltung in der Corona-Krise verantwortlich gemacht hatte. Der Politiker wehrte sich in einer E-Mail mit dem Betreff «Problematische Entwicklung» gegen diese pauschale Schuldzuschreibung und schrieb: «Ich habe dich immer unterstützt, weil du faktenbasiert und wissenschaftlich argumentiert hast und auch über deine eigenen Aktivitäten transparent warst. Mit dieser oben zitierten Aussage verlässt du diesen Pfad. Das bedaure ich sehr. Zudem versteckst du deine Geldgeber. Das ist kein Stil, den ich unterstützen kann.» Darüber hinaus sei es «sehr bedenklich, dass du dich immer wieder auf Plattformen zeigst, auf denen sich Leute äussern, die menschenverachtende Botschaften verbreiten».

Jans vertippte sich jedoch bei der E-Mail-Adresse und Ganser bekam seine Zeilen deshalb nicht. Nun hat er den Publizisten gebeten, ihn als «Partner» zu löschen, was aber noch nicht geschehen sei, denn Ganser soll in den Sommerferien sein. Er reagierte auch nicht auf Kontaktversuche der Redaktion des Tages-Anzeigers.

Nachtrag 23. 8. 2022:

Inzwischen ist Ganser dem Wunsch der Politiker nachgekommen. Anstelle von lobenden Zitaten findet sich auf seiner Website unter der Rubrik «Partner Politik» nur noch der Hinweis, dass das Institut «politisch unabhängig» sei und «den Dialog mit allen Parteien» pflege. Einzelne der Zitierten hatten zuvor von ihren Mühen berichtet, eine Löschung zu erreichen. findet sich unter der Rubrik «Partner Politik» nur noch der Hinweis, dass das Institut «politisch unabhängig» sei und «den Dialog mit allen Parteien» pflege. Ganser beklagte sich allerdings auch dieses Mal auf seinen Kanälen in den sozialen Medien, dass er als Verschwörungstheoretiker diffamiert werde. Siehe dazu: Opfermentalität / Selbst-Viktimisierung.

 

Quellen:

Der Abgedriftete und die Promis: Daniele Ganser führt zahlreiche Toppolitiker als «Partner»  (Tages-Anzeiger, Abo)

Ganser macht Schweizer Politiker wütend  (Blick)

Daniele Ganser löscht Zitate von Top-Parlamentariern (Tages-Anzeiger)

Anmerkungen:

☛ Dass Daniele Ganser Politikerinnen und Politiker mit unterstützenden Zitaten auf seiner Website aufführt, ist vollkommen in Ordnung. Interessanter ist das Verhalten der involvierten Politikerinnen und Politiker, sowie die Begründungen, mit denen sie sich nun distanzieren. Ganser hat sich in seinen Anfängen als Publizist mit der NATO und mit Erdölförderung und Erdölabhängigkeit befasst. Dass manche Politikerinnen und Politiker an solche Themen andocken können, ist nicht erstaunlich.

Allerdings gibt es bei Daniele Ganser vereinzelte Hinweise auf Verschwörungstheorien schon in frühen Schriften, zum Beispiel die Erwähnung der von Verschwörungstheoretikern immer wieder gern aufgeführten «Bilderbergern» im Buch «Europa im Erdölrausch». Tendenzen zu konspirationistischem Denken wären also damals schon erkennbar gewesen. Dass Politikerinnen und Politiker sich nun von ihren früheren Zitaten distanzieren, hat mit der Radikalisierung von Daniele Ganser zu tun und mit der inzwischen komplett fehlenden Wissenschaftlichkeit. Dass der Publizist sich offenbar schwer damit tut, unterstützende Zitate auf Verlangen zu entfernen, ist menschlich nachvollziehbar, zeugt aber nicht gerade von Souveränität.

☛ Weitere Infos und Argumente zu Daniele Ganser:

Daniele Ganser zum Ukraine-Krieg

Daniele Ganser und die Kreml-Propaganda vom «Majdan-Putsch» in der Ukraine

Daniele Ganser zum Ukraine-Krieg: Minister Bausch kritisiert «Geschichtsverfälschung»

Weshalb Daniele Ganser als Historiker unglaubwürdig ist

Daniele Ganser und WTC 7

Daniele Ganser verharmlost Holocaust

9/11: Daniele Ganser und der gefundene Pass des Attentäters

Daniele Ganser: Medienkritik mit ideologischer Schlagseite

Daniele Ganser und der Bautzner Friedenspreis

Daniele Ganser: erfolgreicher Bewirtschafter von Zweifel und Misstrauen

Daniele Ganser: Manipulation durch verzerrte Maidan-Darstellung

Ist Daniele Ganser ein Verschwörungstheoretiker?

Verschwörungstheorien: Guru Ganser?

Reichsbürger-Unsinn: Daniele Gansers Behauptung, Deutschland sei ein besetztes Land

Beitrag zu Daniele Ganser in der Enzyklopädie

Kategorie: Uncategorized Stichworte: 9/11, Basel, Bilderberger, Corona, Corona-Pandemie, Daniele Ganser, Europa, Ganser, Geschichtsverfälschung, Historiker, Holocaust, Maidan, Manipulation, Medienkritik, Meinung, Misstrauen, NATO, Pandemie, Politik, Politiker, Radikalisierung, RT, Russland, Siper, SP, SVP, Ukraine, Ukraine-Krieg, USA, Verschwörungstheoretiker, Verschwörungstheorien, WTC 7, Zitat, Zitate, Zweifel

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